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Landschaftspflege

Bereits seit Mitte der 1970er Jahre werden auf der Gemarkung Bietigheim-Bissingen unter Federführung der Stadtgärtnerei regelmäßig Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt:
Ziele sind der Erhalt der Kulturlandschaft sowie die Verbesserung des Biotopverbunds.
Die von der Stadt in Auftrag gegebene Biotopverbund-Konzeption liegt seit 1988 für die gesamte Gemarkung vor, und inzwischen sind die meisten der damaligen Maßnahmenvorschläge umgesetzt.

Das Enztal, das die Gemarkung diagonal durchquert, bildet das "Rückgrat" des lokalen Biotopverbundsystems.
Die Täler von Metter, Saubach und Altenbach sind weitere wichtige Leitlinien im Biotopverbund. Daher gehören die Ufergehölz- und Kopfweidenpflege zu den Schwerpunkten der Bietigheim-Bissinger Landschaftspflegemaßnahmen.

Weitere Aufgabenfelder sind die Renaturierung von Wasserläufen und Feuchtgebieten sowie die ein- bis zweischürige Mahd von Halbtrockenrasen und Feuchtwiesen. In diesen, oft als Naturdenkmal ausgewiesenen, Bereichen finden seltene Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Unterschlupf.

Kopfweiden am Langwiesenteich
Kopfweiden am Langwiesenteich - erfolgreich von der Gemarkung Markgröningen ins Enztal verpflanzt
Blick vom Naturdenkmal 'Sonnenberg'
Blick vom Naturdenkmal 'Sonnenberg' ins Enztal bei Untermberg mit dem Naturdenkmal 'Enzinsel Wörth'
Naturdenkmal 'Sonnenberg'
Halbtrockenrasen im Naturdenkmal 'Sonnenberg', Blühaspekt von Hirschhaarstrang (Peucedanum cervaria)
Hochstaudenflur im Naturdenkmal 'Kanalwiesen'
Hochstaudenflur im Naturdenkmal 'Kanalwiesen', Blühaspekt von Mädesüß und Blutweiderich (Filipendula ulmaria, Lythrum salicaria)
Helmknabenkraut (Orchis militaris) und Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
Im Frühjahr blühen auf dem Sonnenberg z. Bsp. Helmknabenkraut (Orchis militaris) und Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias).
Am Brachberg
Am Brachberg zeigt sich die Landschaft struktur- und abwechslungsreich durch kleinparzellierte, vielfältige Nutzungen.
Alte Kopfweide
Alte Kopfweide - ein in sich vielfältiger Lebensraum.


Für den Biotopverbund sind außerdem die Neuanlage und Pflege von Hecken und Feldgehölzen inmitten ausgeräumter Feldflur, Randstreifenprogramme sowie gezielte Artenschutzmaßnahmen von Bedeutung.


Zusammenarbeit mit Vereinen und Landwirten
Seit 2001 führen Landwirte Landschaftspflegemaßnahmen im Auftrag der Stadt aus. Schwerpunkt hierbei ist die winterliche Gehölzpflege. Mit ihrem Fachwissen und ihren Maschinen können die Landwirte einen Nebenverdienst erzielen.
Die Mitglieder zahlreicher örtlicher Vereine, die im Dachverband Natur zusammengeschlossen sind, engagieren sich ehrenamtlich bei der Pflege von Biotopen.

Ihre Einsätze werden von der Stadtgärtnerei fachlich und bei Bedarf durch die Leihgabe von Geräten unterstützt. Die gute Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Stadtgärtnerei zeigt sich auch beim Austausch von Kartierergebnissen (Orchideen-Atlas und Amphibien-Kartierung).

Erhalt der regionaltypischen Kulturlandschaft
Zusammen mit den attraktiven, inzwischen ökologisch aufgewerteten Tälern von Enz und Metter bilden Streuobstwiesen der Gemarkung wichtige Bestandteile des Biotopverbundes. Doch neben der Lebensraumfunktion für die heimische Flora und Fauna sind sie auch bedeutende wohnungsnahe Erholungsräume für die Bürgerschaft.
Der auch in Bietigheim-Bissingen wahrnehmbare Rückgang der Streuobstwiesenflächen war für die Stadtverwaltung schon Anfang der 90er Jahre Anlass für die Verabschiedung der sog. "Förderprogramme Biotopverbund".

Um diese landschaftsbildprägenden und artenreichen Biotope zu erhalten, fördert die Stadt Bietigheim-Bissingen private Grundstücksbesitzer und Landwirte, sofern sie bestimmte Bewirtschaftungsrichtlinien einhalten. Ebenfalls auf Antrag übernimmt die Stadt Bietigheim-Bissingen die Kosten für hochstämmige Obstbäume lokaler, robuster Sorten, um eine "Verjüngung" der Bestände zu unterstützen.

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