Klimaschutz wird neue Schwerpunktaufgabe - 2022 wird auch in Bietigheim-Bissingen ein Jahr im Fokus des Klimawandels

Mit einem breiten Konsens von Politik und Verwaltung wird die Stadt Bietigheim-Bissingen ihre Anstrengungen in Sachen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung im kommendem Jahr intensivieren und sich sowohl konzeptionell wie auch personell stärker aufstellen.

Oberbürgermeister Jürgen Kessing ist froh: „Der Konsens zwischen Gemeinderat und Verwaltung ist einhellig getroffen worden. Der neue Baudezernent Michael Wolf wird diese komplexe und alle Bereiche der Stadt umfassende Aufgabe, quasi als „oberster Klimaschutzmanager“, steuern, die technische Verwaltung der Stadt wird ein Konzept in Abstimmung mit den allen betroffenen Bereichen erarbeiten.“

Zum Beitrag der Stadt Bietigheim-Bissingen zur Bewältigung des Klimawandels gehören sowohl Maßnahmen zum Klimaschutz, also zur Bekämpfung der Ursachen des Klimawandels wie auch Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung, also zur Bewältigung der unvermeidbaren Folgen des Klimawandels. Das Hauptaugenmerk gilt zunächst der Entwicklung bzw. Verstärkung von Maßnahmen zur Energie- und Verkehrswende, z.B. dem weiteren Ausbau von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden und im Rahmen der mit der Energieagentur des Landkreises gestarteten Solaroffensive auch die Aktivierung der privaten Hausbesitzer und Unternehmen auf diesem Feld. Weitere Themen werden die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung und die Reduzierung des Wärmeverbrauchs sowohl bei kommunalen Liegenschaften wie auch im privaten und Unternehmensbereich sein. Im Bereich der Verkehrswende gilt es, den sog. Umweltverbund zu stärken.

Zur Klimafolgenanpassung sind z.B. die entsprechenden Maßnahmen zum Starkregenrisikomanagement, zur verstärkten Dach- und Fassadenbegrünung zu erarbeiten.

In den Beratungen zum Haushalt 2022 gab es von allen Fraktionen des Gemeinderats eine Reihe von Anträgen sowie Einstimmigkeit, die Anstrengungen in den Zukunftsthemen Klimawandel, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung deutlich zu verstärken. Bürgermeister Wolf betont: „Wenngleich klar ist, dass die Stadt diese Mamutaufgabe nicht alleine wird bewältigen können – und natürlich auch nicht eine Person alleine – so bedarf es eines Kümmerers und Treibers auf der passenden Ebene. Dieser Aufgabe stelle ich mich gerne.“

Grundlage des Handelns für den Klimaschutz bilden die teils gesetzlich verpflichtenden Vorgaben auf Ebenen von EU, Bund und Land zur Klimaneutralität und das allem übergeordnete 1,5°-Ziel des Pariser Abkommens. Aber auch in der Klimafolgenanpassung muss anders und schnell reagiert werden, was mit den Ereignissen im Ahrtal drastisch vor Augen geführt und ins Bewusstsein gerückt wurde. Nach Ansicht der Verwaltungsspitze muss die Stadt daher auch „Wetterfest“ gemacht werden. Die Extremwetterereignisse werden zunehmen und stellen bei der Weiterentwicklung der Stadt aber auch bei der Bestandsentwicklung enorme Herausforderungen dar. Bei beiden Themenfeldern bedarf es vereinter Anstrengungen und der Bereitschaft zu grundlegenden Veränderungen in allen Bereichen – von der Stadt über die Unternehmen bis hin zu den Privathaushalten.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen will ihren Teil zur Erfüllung des Pariser Klimaschutzabkommens beitragen und ihre Verantwortung für jetzige und künftige Generationen wahrnehmen. Gemeinsam mit den Tochtergesellschaften (Stadtwerke, Bietigheimer Wohnbau und Spillmann) wird bereits einiges für den Klimaschutz getan. Darauf aufbauend wird die Verwaltung im ersten Halbjahr 2022 ein Konzept für einen Bietigheimer Weg in den Schwerpunktbereichen Strom, Wärme und Verkehr erarbeiten und dabei auf die Expertisen und Projekte der Töchter zurückgreifen. Neben einer fundierten Sachstandsanalyse wird ein Arbeitsprogramm erarbeitet, mit dem konkrete Projekte zur Umsetzung gebracht werden können und auch aufgezeigt wird, welchen Beitrag Unternehmen und Privathaushalte leisten können oder gar müssen, um die erforderlichen Ziele zu erreichen.

Die Stadt will die dem Wandel auch innewohnenden großen Chancen betonen. „Wir werden unabhängiger – z.B. von fossilen Energieträgern. Wir gewinnen Freiheit und Raum – z.B. durch Verkehrsberuhigung und Umnutzung von Flächen. Die Luft wird sauberer und gesünder – z.B. durch mehr Grün und weniger Emissionen. Wir werden zukunftsfester – z.B. durch neue Geschäftsfelder und neues Wirtschaften. Wir werden resilienter gegen Extremwetter – z.B. durch klimaangepasste Planungen und Maßnahmen und können dabei auch Flächen schonen“ so Bürgermeister Michael Wolf bei der Vorstellung der ersten Überlegungen.

OB Jürgen Kessing ergänzt: „Die Verwaltung wird sich rasch an die Arbeit machen. Kurzfristig wird das Vorgehen strukturiert, Aufgabenpakete geschnürt und auch innerhalb der Verwaltung Strukturen geschaffen. Dem Gemeinderat wird dann ein Ansatz vorgelegt, der bedarfs- und zielgerichtet Kapazitäten vorsieht, ebenso die Einbindung der Betroffenen und der Öffentlichkeit. Wo möglich und nötig werden wir auch die Netzwerke und Kooperationsmöglichkeiten auf Landkreis-, regionaler oder darüber hinaus gehenden Ebenen nutzen.“

Presseamt der Stadt Bietigheim-Bissingen

Rathaus Bietigheim
Marktplatz 8
74321 Bietigheim-Bissingen

Tel.: 07142/74-202
Tel.: 07142/74-203
Fax: 07142/74-406
presseamt[at]bietigheim-bissingen.de

Ansprechpartnerin
Anette Hochmuth

Außenstelle
Tourismus
Marktplatz 11
74321 Bietigheim-Bissingen