Vortrag im Rahmen des 70jährigen Jubiläum Baden-Württembergs

Ein badischer Kanzler aus Bietigheim – Samuel Hornmold und die Papstsatire im Hornmoldhaus

Im Rahmen des siebzigjährigen Jubiläum Baden-Württembergs laden das Stadtarchiv und das Stadtmuseum in Kooperation mit dem Geschichtsverein zu einem Vortrag am Donnerstag, 9. Juni 2022 um 19.00 in den Enzpavillon ein. Günther Bentele und Christoph Florian berichten von einer aufsehenerregenden Episode in der Geschichte der badisch-württembergischen Beziehungen.

Um 1574 musste der im Bietigheimer Hornmoldhaus geborene Kanzler der katholischen Territorialherrschaft Baden-Baden, Samuel Hornmold, sein Amt aufgeben und Baden verlassen. Sein Vorgesetzter Statthalter Graf Otto Heinrich von Schwarzenberg hatte nämlich entdeckt, dass Hornmold nur zum Schein seine evangelische Konfession aufgegeben hatte und katholisch geworden war. Der Konfessionswechsel war nur ein Mittel gewesen, um an das Amt im Territorium zu gelangen.

Nach einer Einleitung in den historischen Kontext und in die allgemeine badische Geschichte und deren markante Protagonisten durch Christoph Florian wird Günther Bentele die spektakulären Ereignisse schildern. Auch die gegen das Papsttum und die Katholische Kirche gerichteten satirischen Bilddarstellungen in der Sommerstube des Hornmoldhauses, deren Abbildungen in der jüngst herausgekommenen Publikation über die Malereien zu finden sind, spielen eine Rolle dabei. Denn der Referent wird der Frage nachgehen, ob die Familie Hornmold in dieser Form den unglaublichen Vorgang thematisierte und so ein Denkmal der Familienerinnerung geschaffen hat.

©Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen