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Schülerbefragung zur Qualität der Schulwege




agfk schulradler 39 foto agfk-bw marcus gloger

Im vergangenen Jahr wurden rund 2000 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums, der Gymnasien im Ellental, der beiden Realschulen, der Waldschule und der Gustav-Schönleber-Schule in Bietigheim-Bissingen befragt, um ihr Mobilitätsverhalten zu erforschen und Erkenntnisse zur Qualität der Schulwege zu erhalten. Die Ergebnisse der Befragungen an den Schulen konnten jetzt der Arbeitsgruppe Radschulwegeplanung vorgestellt werden. Interessierte Bürger können diese nachlesen auf der städtischen Homepage unter www.bietigheim-bissingen.de/deutsch/familie-soziales-und-bildung/schulen/aktualisierung-der-radschulwege/.

Erfreulich war die Feststellung, dass im Sommer ein recht hoher Anteil von rund 37 % der Schüler mit dem Rad zur Schule fahren, insbesondere zu den Gymnasien. Im Winter fällt dieser Anteil allerdings zurück auf nur noch 19 %, weshalb in dieser Zeit in den Bussen mehr Platz benötigt wird. Auch die Radabstellanlagen an den Schulen zeigen noch Verbesserungspotential. Sie sollten bequemer sein, umfangreicher, mehr Anschlussbügel für die Räder bieten, überdacht sein und abschließbar. Leider fahren immer noch viele Schüler mit dem Auto zur Schule bzw. werden von den Eltern gefahren – und das meist aus Bequemlichkeit, wie oft zugegeben wurde. Viele meiden allerdings auch die Busse, weil diese oft als zu voll, zu langsam bzw. zur falschen Zeit fahrend betrachtet werden.

Leider mussten auch bereits 8 % der Befragten von Schulwegunfällen berichten. Dennoch werden die Radwege überwiegend als sicher und in gutem Zustand bewertet. Allerdings gibt es einige Stellen, die den Jugendlichen zu schmal sind bzw. die schlechte Sichtverhältnisse aufweisen. Am meisten stören sich die Schüler an zu steilen Wegen auf ihrem Gang oder ihrer Radtour zur Schule. Aber auch Baustellen, rücksichtslose Autofahrer, lange Wartezeiten an Ampeln, Glasscherben, Müll oder vereiste Flächen im Winter sowie Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern vermiesen den Jugendlichen oft ihren Schulweg mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln. Ebenso störend empfunden werden die Elterntaxis, die eine Gefahr für die zu Fuß/mit dem Rad ankommenden Schüler darstellen.

Die Stadt wird die Kritik näher untersuchen und geeignete Maßnahmen prüfen, um das Fuß- und Radwegenetz in der Stadt sowie den Busverkehr für die Schüler weiter zu verbessern. Die bestehenden Radschulwegpläne an den Schulen werden dann aktualisiert.

Um den Radschulverkehr zu fördern und um dem Trend des „Elterntaxi“ entgegenzuwirken, wurde von engagierten Eltern im Januar 2011 die Arbeitsgemeinschaft Radschulwegplan in Bietigheim-Bissingen gegründet. In einer Zusammenarbeit der AG mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, den Schulen, dem Elternbeirat und der Stadtverwaltung wurden die Radschulwege analysiert und der erste Radschulwegeplan in Baden-Württemberg entwickelt. Seitdem sind Radschulwegpläne für alle weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg vorgeschrieben. Das Modell von Bietigheim-Bissingen wird dabei als Vorbild empfohlen.

Die jetzt vorgelegte Mobilitätsbefragung wurde vom Büro Bueffee aus Wuppertal durchgeführt. Der Büroinhaber, Jens Leven, hat bereits den ersten Radschulwegplan begleitet und gilt bundesweit als Experte für Verkehrssicherheit und für das Thema Elterntaxi. Neben der Untersuchung und Beratung vieler Schulen in ganz Deutschland führt er interdisziplinäre Forschungsprojekte auf Bundes- und Landesebene durch mit den Schwerpunkten Verkehrssicherheit, Mobilitätsbildung und Sicherheitsforschung.



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