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Adieu Regina Ille-Kopp




regina ille kopp

Abschied von Museumsleiterin Regina Ille-Kopp

In der kommenden Woche wird Regina Ille-Kopp, Leiterin des Stadtmuseums Hornmoldhaus, nach knapp 20 Jahren als Museumschefin in den verdienten Ruhestand gehen.

Am 1. September 1999 übernahm sie die Leitung des Hauses und hat seither 56 Ausstellungen zur Stadtgeschichte und zu allgemein interessierenden Themen aus dem Arbeits-, Vereins- und Kulturleben der Stadt gestaltet. Vor allem die Museumspädagogik lag ihr am Herzen. Regina Ille-Kopp war lange Zeit Vorsitzende des Vereins für Museumspädagogik. Kindern und jungen Menschen das Interesse für das Museum zu vermitteln, Schulklassen und Familien mit Kindern regelmäßig in das Haus zu holen, das gelang ihr dank besonderer Aktivitäten für diese Zielgruppen sehr erfolgreich. Dies führte dann auch zu den konstant hohen Besucherzahlen, die regelmäßig über 20.000 Gästen jährlich lagen und auch einem treuen Stammpublikum zu verdanken sind.

Auch die Umgestaltung der Dauerausstellung des Hauses im 2. und 3. OG war ihr ein ständiger Auftrag. Hier wurden Themenbereiche geschaffen, interaktive Stationen eingeführt und auch Aktionsflächen für eine lebendige Präsentation der Stadtgeschichte geschaffen. So gibt es heute einen besonderen Veranstaltungsraum in der Scheune des Hornmoldhauses sowie einen Erlebnisraum für Kindergeburtstage. Ein neuer Kinderführer rund um die neue Märchenfigur Hornolino begleitet kleine Besucher heute bei ihrem Rundgang durch das Hornmoldhaus. Die Stadtgeschichte wird nun im ersten Stock an vielen neuen Stationen erlebbar gemacht. Unter der Leitung von Regina Ille-Kopp ist das Stadtmuseum Hornmoldhaus ein lebendiges Haus für die Stadtgeschichte, aber auch für alle Themen rund um historische Bräuche, Techniken und Arbeitsweisen geworden. Es wurde nicht nur über die Jungsteinzeit, 150 Jahre Enzviadukt, oder Bietigheim im Spätmittelalter bzw. in der Reformationszeit berichtet, es ging auch um den Wandel von der Reinlichkeit und einem neuen Körpergefühl, um Puppen, Kaufläden Blechspielzeug, die Geschichte der Spiele, Handarbeiten oder ganz aktuell die Kulturgeschichte der Knöpfe. Es gab in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast kein Thema aus den Lebenswelten der Vorväter und –mütter in Bietigheim und Bissingen, welches nicht im Stadtmuseum beleuchtet und der heutigen Generation in spannenden Darstellungen näher gebracht wurde. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei naturgemäß in der besonderen Beziehung von Bietigheim-Bissingen zu Japan. Die Arbeit von Erwin von Bälz, seine Sammlungen und seine Ausführungen zur Kunst und Kulturgeschichte Japans gaben immer wieder Anlass zu eigenen Präsentationen. Japanische Mangas wurden gezeigt, japanische Farbholzschnitte aus dem 19. Jahrhundert demonstrierten diese eigene Kunstrichtung, die Ausstellung „Erwin Bälz auf Reisen“ im Jahr 2005 ging anschließend sogar nach Kusatsu. Auch zum 95. Todestag des berühmten Japanarztes wurde 2008 die Badekultur in Kusatsu und ganz Japan thematisiert.

Der jüngste Zuwachs im Hornmoldhaus ist ein ideeller: im Herbst 2017 gründete sich auf Initiative von Regina Ille-Kopp der Freundeskreis für das Stadtmuseum Hornmoldhaus, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Sponsoren, Unterstützer und weitere Freunde für diese wichtige Kultureinrichtung in Bietigheim-Bissingen zu finden. Regina Ille-Kopp, die nach ihrem Studium der Germanistik und Geschichte zunächst als Lehrerin arbeitete, bevor sie sich der Museumspädagogik und dem Stadtmuseum Hornmoldhaus verschrieb, wird dem Haus und ihren Freunden sicher auch in Zukunft verbunden bleiben. OB Jürgen Kessing meinte zum Abschied: „Regina Ille-Kopp war die richtige Frau zur richtigen Zeit am richtigen Ort“.



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