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Elternumfrage mit Kindern in Kindertageseinrichtungen




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Umfrage unter Eltern mit Kindern in Kindertageseinrichtungen
Gesamtelternbeirat der Kindertageseinrichtungen registriert starke Belastung bei den Eltern

Der Gesamtelternbeirat (GEB) der Kindertageseinrichtungen in Bietigheim-Bissingen hat im Rahmen einer Umfrage eine hohe Belastung unter den Eltern wegen der geschlossenen Kitas und Kindergärten ausgemacht. Besorgniserregend ist auch, wie viele Familien aktuell die Großeltern zur Betreuung hinzuziehen.  

Teilgenommen haben vom vergangenen Mittwoch bis Sonntag 469 Familien von fast allen Kindertageseinrichtungen in Bietigheim-Bissingen - inklusive Waldorfkindergärten. „Wir wollten mit der Umfrage ein Stimmungsbild unter den Familien erhalten, die aktuell größtenteils ohne Betreuung in den Kindertageseinrichtungen auskommen müssen. Zudem wollten wir auf ihre Situation aufmerksam machen“, so der GEB. Diese sieht das Gremium mit Blick auf die Ergebnisse nicht ohne Sorge.

Über 75 Prozent empfinden die geschlossenen Einrichtungen als gravierend bis sehr gravierend für das Familienleben. Dabei scheint die Anzahl der im Haushalt lebenden (Kindergarten-)Kinder allgemein keinen Einfluss auf diese Stimmung zu haben. „Es ist schwierig, die Betreuung, Office- und Homeoffice-Zeiten unter einen Hut zu bekommen. Gemeinsame Familien- und Partnerschaftszeit gibt es hauptsächlich an den Wochenenden. Der gemeinsame Feierabend fällt momentan dem halbwegs Erreichen der Sollarbeitszeit zum Opfer“, schreibt ein Elternteil in der Umfrage.

Der überwiegende Teil der teilnehmenden Familien versucht, die Kinder im möglichst engen Kreise der Familie zu betreuen. Vereinzelt wird auch auf Bekannte zurückgegriffen. Allerdings gaben auch rund 23 Prozent an, auch die Großeltern für die Betreuung einzusetzen. „Diese Tatsache halten wir mit Blick auf die Menschen, die es in der Corona- Krise vornehmlich zu schützen gilt, für sehr bedenklich“, bezieht der GEB Stellung.

Auch auf die Kinder wirkt sich die Lage laut der Eltern ganz unterschiedlich aus: 41 Prozent beschreiben die Wirkung auf die Kinder eher als neutral (Kind leidet kaum/überhaupt nicht). Ebenfalls 41 Prozent gehen allerdings auch davon aus, dass die Situation sich stark bis sehr stark auf die Kleinen auswirkt. „Die Kinder sind unsicher, traurig weil sie keine Freunde treffen können“, kommentiert ein Teilnehmer der Umfrage. Ein anderer sagt ebenfalls: „Den Kindern fehlt das Toben und Spielen mit anderen Kindern sehr! Die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen werden vermisst.“ Immerhin 9 Prozent der Befragten geben an, dass die Kinder die Auszeit sogar genießen würden.

Die Umfrage gibt auch ein gespaltenes Bild der Eltern zu den Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung wieder: Demnach stimmt mit 46 Prozent die knappe Mehrheit zu, dass es eine gute Entscheidung ist, die Kitas weiterhin geschlossen zu halten. 37 Prozent der Befragten sehen dies nicht so. Gleichzeitig geben 46 Prozent an, dass sie ihr Kind aktuell wieder in die Kita geben würden, wenn diese öffnen würden. 37 Prozent würden dies nicht tun. (Die restlichen Befragten kreuzten jeweils „weiß nicht“ an.)

„Wir begrüßen, dass durch die Schließung der Kitas die Ausbreitung des Virus offenbar verlangsamt wird und respektieren, dass auch die Familien ihren Teil zur Eindämmung der Pandemie leisten müssen und sollen. Allerdings wollen wir anhand dieser Ergebnisse auch den Blick darauf wenden, dass durch die geschlossenen Einrichtungen ganz neue Probleme entstehen können. Selbes geschieht ja aktuell auch bereits vermehrt in Expertenkreisen“, sagt der Gesamtelternbeirat der Kindertageseinrichtungen in Bietigheim-Bissingen.

Hinweis zur Umfrage: Der Fragebogen wurde per Link an Eltern weitergeleitet. Der Befragungszeitraum war von Mittwoch, 22. April 2020, bis Sonntag, 26. April 2020. Teilnehmen konnten alle Eltern, die diesen Link erhalten haben. Das Ergebnis stellt somit eine Zufallsauswahl dar und ist nicht repräsentativ.



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