Bewegung und Sport: Große Bedeutung in Bietigheim-Bissingen

Bewegung und Sport sind für die Bürger der Stadt Bietigheim-Bissingen von großer Bedeutung. Zwei Drittel der Menschen sind sportlich aktiv und tun dies mehrheitlich, um sich – im wesentlichen jahreszeitlich unabhängig – gesund und fit zu halten, aber auch, um sich zu erholen und zu entspannen. Das Gesundheitsmotiv erhält mit zunehmendem Alter immer mehr Gewicht, nimmt aber in der ältesten Bevölkerungsgruppe wieder ab. Die Teilnahme an Wettkämpfen spielt für die überwiegende Mehrheit keine Rolle. Gerade für junge, leistungsorientierte Sportler dagegen hat dies aber eine sehr hohe Bedeutung; hier bildet der Sportverein den bewährten organisatorischen Rahmen. Der überregionale Erfolg vieler Bietigheim-Bissinger Sportvereine zeigt, dass hier die strukturellen Voraussetzungen gegeben sind.

Sportaktivität und Alter, Geschlecht, Bildungsniveau

Kinder und Jugendliche sind die sportlich Aktivsten, junge Erwachsene und alte Menschen haben die geringste Aktivitätsquote. Männer treiben im Vergleich zu Frauen häufiger und intensiver Sport. Ein starker Zusammenhang besteht außerdem zwischen der sportlichen Aktivität und dem Bildungsniveau: Je höher der Bildungsgrad, umso höher auch die Sportaktivitätsquote.

Der organisatorische Rahmen von Bewegung und Sport

Die Hälfte der Bewegungs- und Sportaktivitäten – vor allem Lauf- und Radsport, aber auch klassische Vereinssportarten wie die großen Sportspiele – üben die Sportler in Eigenregie aus. Sportvereine oder kommerzielle Anbieter treten demgegenüber zurück. Das organisatorische Umfeld der kommerziellen Sportanbieter ist vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Zeitmangel sowie flexiblere Trainingszeiten sind die Hauptargumente für die Wahl eines kommerziellen Anbieters. Im mittleren Erwachsenenalter finden einige wieder den Weg zurück in den Sportverein.

Die Beweggründe für Sport: Motive

Gesundheit ist bei allen Befragten zu einem hohen bis sehr hohen Anteil der Beweggrund für Sportaktivitäten. Junge Männer suchen beim Sporttreiben verstärkt soziale Interaktion, Spannung, Risiko und Abenteuer. Auch ästhetische Gründe spielen bei Männern eine deutlich größere Rolle als bei Frauen.

Das soziale Umfeld, Sporträume und Sportstätten

Am liebsten treiben die Menschen in ihrer näheren räumlichen Umgebung und im näheren sozialen Umfeld Sport – allein oder mit der Familie, mit Freunden oder Bekannten. Sportgruppen, -kurse und Mannschaften spielen eine geringere Rolle. Der öffentliche Raum und Naturräume sowie Geräte- und Krafträume sind die beliebtesten Orte des Sporttreibens. Öffentliche Sportstätten nutzt rund ein Viertel der Befragten, die Bäder jeder fünfte, kommerzielle Einrichtungen jeder siebte Befragte.

Die Gruppe der Sportabstinenten

Etwa jeder sechste Befragte treibt keinen Sport und ein Drittel davon war noch nie sportlich aktiv. Als Gründe geben die Befragten Zeitmangel, andere Hobbies oder die angegriffene Gesundheit an. Vor allem Frauen nennen als Grund für ihre Sportabstinenz auch, dass offene, unverbindliche Sportangebote fehlten oder ihre finanzielle Lage dies nicht zulasse. Männer vermissen eher das für sie passende Angebot oder sind schon im beruflichen Alltag körperlich ausgelastet.

Beurteilung von Angeboten und Infrastruktur

Für die sportliche Angebotspalette und die entsprechende Infrastruktur in der Stadt vergeben die Befragten die Schulnote gut bis befriedigend. Die Angebote von Sportvereinen und kommerziellen Anbietern schneiden dabei am besten ab. Nicht sehr zufrieden hingegen zeigen sich die Sportaktiven mit dem Angebot für den Sport in Eigenregie und noch weniger mit Freizeitspielflächen, die auch für Sportaktivitäten ohne institutionelle Anbindung genutzt werden können. Ausbaufähig sei auch das Radwegenetz sowie das Sport- und Bewegungsangebot sonstiger Träger wie Volkshochschulen, Krankenkassen oder Betriebssportgruppen.

Anregungen und Wünsche zu Sportangebot und Infrastruktur

Auf den Wunschlisten bezüglich Sportangebot und Infrastruktur stehen vor allem frei zugängliche Außensportgeräte wie Calisthenics-, Street-Workout- und Parkour-Parks, Klettergerüste für Kinder und eine Boulder-Halle, öffentlich zugängliche Sportplätze und mehr sowie größere Schwimmbäder mit Wettkampftauglichkeit. Auch die beiden ehemaligen Trimm-Dich-Pfade im Forst und im Rotenacker Wald sollten renoviert oder neu errichtet werden. Um Kindern mehr Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten zu geben, sollten die städtischen Sporthallen auch in den Schulferien für eine Vereinsnutzung offenstehen. Auch für Senioren wünschen sich die Befragten mehr und speziellere Angebote. Ein offenes unverbindliches Angebot für alle Altersgruppen zum Testen verschiedener Sportarten sollte die reine Vereinsnutzung der städtischen Sportstätten ergänzen.

Im Fokus: Allgemeine Gesundheitsförderung

Ganz generell sollte neben der Leistungs- und Breitensportförderung der Fokus stärker auf Gesundheitsförderung durch Bewegung und Sport liegen. Hilfreich dabei könnte eine Online-Sportkontaktbörse für die Suche nach Sportangeboten und Sportpartnern sein, sowie ein Bietigheim-Bissinger Sporttag, an dem sich gemeinnützige, kommerzielle und freie Sportanbieter präsentieren und die Bürger sich über deren Angebote informieren können.

Entwicklungsperspektiven

Aus den Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung zum Bewegungs- und Sportverhalten der Bietigheim-Bissinger, den Defiziten und Wünschen werden Entwicklungsperspektiven abgeleitet. Erfolgreiche Beispiele aus anderen Kommunen sind organisierte Angebote wie Sport im Park und frei zugängliche Einrichtungen für Bewegung und Sport wie Calisthenics-Parks und Trimm-Dich-Pfade.