Verkehrsmittelwahl und Verkehrserzeugung durch Sport

In Bietigheim-Bissingen nahm, wie die Umfragen im Rahmen der Erarbeitung des Verkehrs­entwicklungsplans zeigten, der Freizeitverkehr – zu diesem zählt auch der durch Sport induzierte Verkehr – im Jahr 2014 einen Anteil von 18 Prozent ein. Fast zwei Drittel der Teilnehmer am Freizeitverkehr waren Kfz-Fahrer, ein knappes Siebtel Mit­fahrer.

Der motorisierte Individualver­kehr rangiert also unangefochten auf Rang eins. Auch im Jahr 2020 bewegen Sportler vor allem das Auto, um Sportstätten und –räume zu erreichen. Mehr als zwei Drittel fahren im Pkw, Frauen eher als Männer. Diejenigen Sportler, die angaben, ihre Sportstätten oder -räume mit einem motorisierten Verkehrsmittel zu erreichen, begründen dies damit, dass sie mit diesem schneller am Ziel und räumlich wie zeitlich flexibel sind. Auch der Gepäcktransport spielt eine Rolle, während Gründe wie „der Weg ist mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu unbequem“ und „zu gefährlich“ eher zu vernachlässigen sind. Wegen des nicht ausreichenden ÖPNV-Angebots nutzt jeder Fünfte einen motorisierten Untersatz.

Motorisierter Individualverkehr in Bietigheim-Bissingen (Verkehrsbefragung 2014):

 Pkw-FahrerPkw-MitfahrerMotorrad-Fahrer
(fast) täglich65 %6 %1 %
ein- bis mehrmals pro Woche25 %33 %3 %
ein- bis mehrmals pro Monat4 %20 %3 %
seltener als monatlich1 %15 %2 %
(fast) nie5 %26 %91 %

 

Fast die Hälfte der Befragten geht jedoch auch zu Fuß. Unter den Radfahrern finden sich deutlich mehr Männer als Frauen.

Der höchste Autofahrer-Anteil findet sich unter den Einwohnern des Stadtteils Kammgarnspinnerei. Im Stadt­teil Kreuzäcker/Ellental ist der Anteil der Zu-Fuß-Geher am größten.

Die Differenzierung nach dem Alter der Befragten zeigt, dass das Auto bei den über 18-Jährigen in allen Altersgruppen den höchsten Anteil hat. Während der Anteil des Zu-Fuß-Gehens über alle Altersgruppen hinweg relativ stabil ist und den höchsten Anteil bei den über 75-Jährigen erreicht, nimmt die Bedeutung des Fahrrads mit zunehmendem Alter ab. Auffällig ist der hohe Anteil der Kfz-Nutzung bei den 25 bis 34 Jahre alten Sportlern und der gleichzeitig sehr niedrige Anteil an Radfahrern in dieser Altersgruppe.

Eine Unterscheidung nach Alter und Geschlecht ergibt, dass in allen Altersgruppen mehr Männer als Frauen das Fahrrad für die Fahrt zur Sportstätte nutzen. Bei den über 75 Jahre alten Befragten ist der Unterschied besonders deutlich. Dafür kommt dem Zu-Fuß-Gehen und der Fahrt mit Bus und Bahn bei den gleichaltrigen Frauen ein höherer Stellenwert zu. Der Anteil der Sportler, die mit einem Rad mit elektrischer Unterstützung fahren, ist in der Gruppe der unter 25 Jahre alten Befragten marginal und steigt mit zunehmendem Alter an. Bus und Bahn stehen besonders bei den unter 25-Jährigen hoch im Kurs. Die 25- bis 74-Jährigen dagegen nutzen den ÖPNV nur zu geringen Teilen. Erst bei den über 75 Jahre alten Befragten wächst der Anteil wieder.

Die Sportartengruppen unterscheiden sich hinsichtlich der Wahl des Verkehrsmittels. Über die Hälfte der Rehabilitationssportler und etwas weniger als die Hälfte der Kraft- und Fitnesssportler nutzen das Auto, um ihre Sporträume zu erreichen. Am unteren Ende der Skala rangieren die Rad- und Laufsportler mit einem Pkw-Nutzungsanteil von etwa einem Drittel; sie haben die Möglichkeit, quasi gleich von der Haustür weg mit ihren Aktivitäten zu beginnen. Am ehesten zu Fuß zum Sport gehen daher auch die Laufsportler, während die Rad- sowie die Roll- und Gleitsportler in geringerem Maß auf diese Fortbewegungsform setzen. Das Fahrrad wählen – wenig überraschend – vor allem die Radsportler, während Rehabilitationssportler selten zum Sport radeln. Den höchsten Anteil an ÖPNV-Nutzern weisen die Gruppe der Kampfsportler und die Anhänger der technisch-kompositorischen Sportarten auf, den niedrigsten die Rehabilitations- und Kraft­sportler.

Sportvereinsmitglieder nutzen für die Fahrt zur Sportstätte eher das Auto und auch eher das Fahrrad, während Nichtmitglie­der eher zu Fuß gehen oder mit einem öffentlichen Ver­kehrsmittel fahren.