Arbeitskreis Fairtradestadt und WeltMarkt laden am Samstag, 19. September ab 10 Uhr zum Fairen Frühstück ein
Seit 2013 ist Bietigheim-Bissingen Fairtradestadt, schon viele Jahre länger gibt es das Faire Frühstück, das immer im September im Rahmen der bundesweiten Fairen Woche stattfindet. Dieses Jahr wird am 19. September ab 10 Uhr zum Fairen Frühstück eingeladen, wegen der Bauarbeiten am Rathaus dieses Jahr auf den Marktplatz – bei Regen in die Marktplatz Arkaden.
Im vergangenen Jahr konnte der Faire Handel seine deutschlandweiten Umsätze um 6% auf 3,1 Mrd. Euro steigern. Vor allem 4 Produkte haben in Deutschland einen nennenswerten Marktanteil erreicht: Fairtrade-Kaffee mit 5,3 Prozent, Kakao mit knapp 21 Prozent, Bananen mit 16 Prozent und bei Rosen waren es 2024 sogar 44,5 Prozent – ein Rekord.
Dazu tragen auch in Bietigheim-Bissingen mittlerweile viele Supermärkte und Discounter bei, die vor allem bei Kaffee, Tee und Schokolade mindestens ein Produkt mit dem Fairtrade Label anbieten. Die höheren Preise der Fairtrade-Produkte kommen dabei unmittelbar den Erzeugern - vorwiegend Kleinbauern oder Kooperativen - zugute. Für Fairtrade-Produkte wird neben einem garantierten Mindestpreis eine Fairtrade-Prämie gezahlt, die sich für die Umsätze in Deutschland 2024 auf insgesamt 44 Mio. Euro belief und bei den Kaffeebauern zur Finanzierung von Fortbildungen und sozialen Einrichtungen wie Kindergärten verwendet wird. 2025 profitierten davon direkt 1,9 Mio. Bäuer/innen und Arbeiter/innen.
Diese positive Entwicklung spürt auch der WeltMarkt, der als einziges Geschäft in Bietigheim-Bissingen ausschließlich fair gehandelte Produkte anbietet und sowohl bei Lebensmitteln als auch bei Textilien und Kunstartikeln eine große Produktauswahl bietet. Auch wenn aktuell die Weltmarktpreise für Rohstoffe wie Kaffee oder Kakao recht hoch sind, kommt nur ein kleiner Teil davon bei den Erzeugern an. Mit der Fairtrade-Prämie profitieren die Erzeuger zusätzlich und dauerhaft, auch wenn die Weltmarktpreise einmal wieder sinken sollten.
Daher sind ehrenamtliche Initiativen wie der WeltMarkt oder Fairtrade-Schulen wichtig, um den Konsumenten die Zusammenhänge im Welthandel zu verdeutlichen. Kürzlich wurde in Deutschland die 1000. Fairtrade-Schule ausgezeichnet, 750.000 Kinder und Jugendliche lernen auf einer Fairtrade-School. Sie machen den fairen Handel an ihren Schulen bekannter, bieten faire Produkte an, organisieren Workshops, faire Modeschauen oder Sport-Events. In Bietigheim-Bissingen sind die Buchschule, Waldschule und das Berufliche Schulzentrum (BSZ), das Ellental-Gymnasium ist mit seiner Nachhaltigkeits-AG mit Projekten zum Fairen Handel engagiert. Am BSZ ist es vor allem das Unterrichtsfachs Global Studies, in dem die Schülerinnen und Schüler sich mit dem Fairen Handel beschäftigen und auch dieses Jahr das Faire Frühstück wieder mitgestalten. Auch das Hospiz hat sich kürzlich zur „Fairen Einrichtung“ zertifizieren lassen. St. Laurentius ist Faire Kirchengemeinde und die Stadt selbst ja schon im 13. Jahr Fairtrade-Stadt. Ein beachtliches ehrenamtliches Engagement, wie OB Jürgen Kessing lobt: „Initiativen wie der Faire Handel prägen auch unser bürgerschaftliches Miteinander in der Stadt, was wir als Verwaltung sehr gerne und
ausdrücklich unterstützen“.
Beim Fairen Frühstück bekommt man dabei einen Eindruck, wie üppig ein Frühstückstisch mit Fairtrade-Produkten gedeckt werden kann, von Kaffee, Tee, Kakao, Honig, Schoko-Creme, exotischen Frucht-Marmeladen und herzhaften Aufstrichen bis hin zu Bananen und Säften. Herzliche Einladung an alle, einmal vorbeizuschauen und sich zu informieren. Auch für musikalische Unterhaltung ist gesorgt.
Archivfoto: Johannes Schockenhoff

