Zur Stärkung der lokalen Fledermauspopulationen hat die Stadt Bietigheim-Bissingen in Metterzimmern nördlich des Birkenhofs eine Fledermaus-Stele aufstellen lassen.
Diese Artenschutz-Maßnahme steht in Zusammenhang mit dem Abriss einer Scheune im heutigen Neubaugebiet „Haslacher Weg“. Weil die als Ausgleichsmaßnahme vorgesehenen Spaltenquartiere im Dachstuhl der Metterzimmerer Kelter erst nach der anstehenden Dachsanierung erstellt werden können, hatte Elke Grözinger vom Fachbereich Ökologie des Grünflächen- und Tiefbauamtes - sie ist privat in der AG Fledermausschutz BW e.V. engagiert – der genehmigenden Behörde vorgeschlagen, eine Fledermaus-Stele aufzustellen.
Freistehende Fledermausstelen sind eine relativ neue Entwicklung, die verschiedenen Fledermausarten Spaltenquartiere und Hangplätze bieten. Die Quartiere sind auf einem Stahlmast in gut 4 m über dem Boden, für Marder, Waschbär oder Katze unerreichbar, und auch Eulen finden keine Ansitzmöglichkeit. Entwickelt und erprobt hat sie Dr. Christian Dietz, Biologische Gutachten Dietz, Haigerloch. Für die im Altenbach-Tal aufgestellte Fledermausstele hat Dr. Dietz den Dachraum modifiziert und an die etwas höheren Platzansprüche der Langohr-Fledermäuse angepasst. Das Innere des Fledermaus-Hotels bietet gleich mehrere Quadratmeter unterschiedlichster „Abhängfläche“ für die kleinen Säuger, die den Tag kopfüberhängend schlafend verbringen bevor sie in der Dunkelheit auf Insektenjagd ausfliegen. Durch variierende Spaltenbreiten, unterschiedliche Exposition und Materialien (Holz, Heraklith, Holzbeton) sowie eine spezielle Anordnung der Hangplätze gibt es im Inneren kühlere und wärmere Stellen und zugleich einen Überhitzungsschutz. Der Sommer – und die Fledermäuse – können kommen.
Informationen zu Fledermaus-Stelen unter www.fledermaus-dietz.de oder zur Stele in Metterzimmern bei den Ökologen der Stadt unter Tel. 07142 74-480 (Elke Grözinger) und -449 (Christoph Walter).

