Mehr Grün an der B27: Stadt startet Testprojekt für klimaresiliente Bepflanzung

Detailbild:

Nachdem die Sanierungsarbeiten am Bauabschnitt BA3 der Bundesstraße weitestgehend abgeschlossen sind, beginnt nun die Begrünung der neu entstandenen Flächen entlang und zwischen den Fahrbahnen. Was selbstverständlich klingt, ist in der Praxis eine Herausforderung – und zugleich eine Chance für Klima, Natur und Stadtbild.

Denn die Bedingungen direkt an einer stark befahrenen Straße sind für Pflanzen schwierig: Flache Böden mit geringer Wasserspeicherung, hohe Temperaturen durch aufgeheizte Asphaltflächen sowie Belastungen durch Abgase, Reifenabrieb und Streusalz im Winter. Herkömmliche Bepflanzungen stoßen hier schnell an ihre Grenzen.

Um geeignete und widerstandsfähige Pflanzen zu finden, startet die Stadt einen Testversuch. Die Stadtgärtnerei des Grünflächen- und Tiefbauamts wird auf ausgewählten Flächen vier verschiedene Wildblumenmischungen aussäen. Im Mittelpunkt steht dabei, herauszufinden, welche sich unter den örtlichen Bedingungen langfristig bewähren.

Was sich als robust und ökologisch sinnvoll erweist, soll künftig auch an anderen Stellen im Stadtgebiet eingesetzt werden. Ergänzend ist vorgesehen, zu einem späteren Zeitpunkt auch Stauden und Staudenmischpflanzungen zu testen.

Das Projekt ist Teil der städtischen Strategie zur Stärkung der grünen Infrastruktur. Dazu zählen alle natürlichen und naturnahen Flächen wie Parks, Grünstreifen und Straßenbegleitflächen. Sie tragen zur Klimaanpassung bei, verbessern die Lebensqualität und erfüllen wichtige ökologische Funktionen.

Gerade Straßenränder bieten ein bislang oft unterschätztes Potenzial: Als grüne Korridore können sie Lebensräume vernetzen und die Artenvielfalt fördern. Blühflächen bieten insbesondere Insekten wertvolle Nahrungsquellen und Rückzugsorte.

Zum Einsatz kommen gezielt robuste, klimaanpassungsfähige und möglichst gebietsheimische Pflanzenarten. Diese sind besser an die schwierigen Standortbedingungen angepasst, stärken regionale Ökosysteme und fördern den genetischen Austausch zwischen Pflanzenpopulationen.

Mit dem Projekt zeigt die Stadt, dass Klimaschutz und ökologische Aufwertung nicht nur in Parks stattfinden, sondern auch an stark belasteten Standorten möglich sind. Ziel ist es, überall dort, wo es machbar ist, mehr Grün zu etablieren und bestehende Flächen aufzuwerten. Dabei hat die Nachhaltigkeit – sowohl ökologisch als auch langfristig in Pflege und Entwicklung – höchste Priorität.

Die Maßnahme ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit im Grünflächen- und Tiefbauamt: Die Planung entwickelte die konzeptionellen Grundlagen, während die Stadtgärtnerei die Umsetzung vor Ort übernimmt – eine wichtige Basis für eine nachhaltige und zukunftsfähige Flächenentwicklung.

Das Projekt macht deutlich: Auch entlang einer Bundesstraße kann ein wertvoller Beitrag für Klima, Artenvielfalt und Lebensqualität entstehen.
 

Presseamt der Stadt Bietigheim-Bissingen

Rathaus Bietigheim
Marktplatz 8
74321 Bietigheim-Bissingen

Tel.: 07142/74-202
Tel.: 07142/74-203
Fax: 07142/74-406
presseamt[at]bietigheim-bissingen.de

Ansprechpartnerin
Anette Hochmuth

Außenstelle
Tourismus
Marktplatz 11
74321 Bietigheim-Bissingen