Mit dem neuen Kinderhaus HalliGalli in der Schillerstraße eröffnete OB Jürgen Kessing den Schlussstein der großen Offensive zur Erweiterung der Kinderbetreuungseinrichtungen in Bietigheim-Bissingen. In dem neuen Haus, gebaut auf dem Grundstück des ehemaligen Kindergartens an der Schillerstraße, ist Raum für 5 Kindergruppen mit insgesamt 92 Plätzen entstanden. Betreut werden können hier bis zu 64 Kinder über drei Jahre und 24 unter Dreijährige. Die Kleinen nutzen die Räume im Erdgeschoss, zwei Krippengruppen können eingerichtet werden. Auch die Verteiler- und Kinderküche und der Essraum sind hier zu finden. Ebenso das Leitungsbüro, ein Infobereich mit Sitzgelegenheiten für die Eltern sowie die Abstellräume für Kinderwagen und Transportkarren. Im ersten Stock ist der Bereich für die über Dreijährigen entstanden, zwei Gruppenräume, ein Mehrzweckraum und das Forscherlabor sind hier untergebracht. Hier sind zudem Personalräume, Sprechzimmer, Pausenraum und Umkleide entstanden. Ein Spielflur mit einer offenen Spielecke lädt ein zum gruppenübergreifenden Miteinander.
Ergänzend hat die Stadt auch in diesem Haus das bereits bewährte Konzept fortgesetzt, im zweiten Obergeschoss vier Wohnungen mit 2 bis 4 Zimmern zu bauen. Mit Wohnflächen von 45 bis 90 qm entsprechen sie den Vorgaben des Landesförderprogramms „Wohnungsbau BW“ und werden zu preisreduzierten Mieten an Familien mit Wohnberechtigungsschein vermietet.
Dachterrassen, Dachbegrünung, Photovoltaikanlagen gehören zum modernen Leben und Wohnen dazu, ebenso die notwendigen Technik- und Abstellräume im Untergeschoss.
Auch auf energiesparendes Bauen wurde Wert gelegt. Das Gebäude ist in konventioneller Massivbauweise erstellt, die Innenwände sind in Sichtbeton belassen. Die Fassade ist als hinterlüftete Holzfassade gestaltet. Im Inneren sorgt eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie Temperierung für eine angemessene Belüftung. Fußbodenheizung und Jalousien sorgen für Wärme und Hitzeschutz. Die Wärme erzeugt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, auf den direkten Einsatz fossiler Brennstoffe wird verzichtet. Zudem leistet die reversible Wärmepumpe im Sommer auch einen Beitrag zum Hitzeschutz.
Auch der Außenbereich wurde für die Kinder bestens gestaltet, auf der Westseite für die Kleinsten, auf der Südseite für die größeren Kinder. Bäume und Sonnensegel werden für notwendigen Schatten sorgen.
Die Erzieherinnen stellen eine ganzheitliche Förderung in den Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit. Bildung ist für die Leiterin Jennifer Maierhofer und ihr Team ein Prozess, der durch aktives Erleben, eigenständiges Ausprobieren und das Sammeln vielfältiger Erfahrungen entsteht. Altershomogene Stammgruppenarbeit und offene Freispielphasen zeichnen diesen Prozess aus. Eine klare Struktur mit festem Tagesablauf bietet den Kindern Sicherheit und Orientierung im Alltag. Wiederkehrende Rituale wie Morgenkreis, gemeinsame Mahlzeiten und feste Ruhezeiten schaffen Geborgenheit. Betreut wird entweder während 7 Stunden von 7.30 bis 14.30 Uhr oder 8 Stunden von 7 bis 15 Uhr. Interessierte Eltern können das Haus auch in Hausführungen persönlich kennenlernen, Termine mit Voranmeldung sind möglich, jeweils von 15 bis 16 Uhr am 8.4., 12.5., 9.6., 2.9., 6.10. oder 3.11.2026.
Mit Gesamtkosten von rund 10 Mio. Euro, davon 1,6 Mio. für die Wohnungen und 8,4 Mio. für das Kinderhaus ist dieses Projekt keine Kleinigkeit für den städtischen Haushalt. Auf Zuschüsse des Landes in Höhe von 462.000 Euro für das Kinderhaus und 615.000 Euro für die Wohnungen hofft der Kämmerer. Umso dankbarer zeigte sich der Oberbürgermeister gegenüber den Damen und Herren des Gemeinderats, dass dieses Projekt – wie die anderen Kinderhäuser und die ergänzenden Bauten an bestehenden Kitas – in den letzten Jahren unumstritten war.
„Die Stadt hat sich zu ihrer Verantwortung bekannt, die Kinderbetreuung in unserer Stadt so weit auszubauen, dass Wartelisten bald der Vergangenheit angehören und wir nahezu jedem Kind entsprechend unserer Verpflichtung einen Betreuungsplatz anbieten können“ betonte OB Kessing. Er erläuterte: „Der Engpass, der jetzt noch besteht, liegt allerdings nicht an den baulichen Rahmenbedingungen, sondern an der nicht vorhandenen personellen Verfügbarkeit von ausreichend qualifizierten Fachkräften. Wir unternehmen seit Jahren hohe Anstrengungen, um ausreichend Fachpersonal zu gewinnen. Wir haben spanische Fachkräfte ins Land geholt, wir lassen uns von den Maltesern in einigen Häusern unterstützen, wir bilden eine hohe Zahl von Fachkräften selbst aus. Und doch gibt es immer noch offene Stellen. Deshalb geht die Belegung der neu geschaffenen Plätze leider nicht ganz so schnell vonstatten, wie wir es gerne hätten. Aber auch hier geben wir nicht auf und versuchen weiterhin, mehr Personal zu gewinnen.“
Der Bau wurde von der Bietigheimer Wohnbau GmbH im Auftrag der Stadt ausgeführt und besticht mit Funktionalität und Charme, insbesondere mit einem strahlenden Gelb in den Außenanlagen. Diese nutzten die Kinder nach der offiziellen Eröffnung gerne zum spielen, lachen und toben. Die Eltern wurden eingeladen, sich alles genau anzuschauen und gerne auch anzufassen.



