25 Jahre Deutsche Fachwerkstraße in Baden-Württemberg Ein Vierteljahrhundert gelebte Fachwerktradition „vom Neckar zum Schwarzwald und Bodensee“

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Die Deutsche Fachwerkstraße in Baden-Württemberg feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Was im August 2001 mit 17 Gründungsstädten begann, hat sich in einem Vierteljahrhundert zur größten Regionalstrecke der Deutschen Fachwerkstraße entwickelt. Heute vereint die Route 31 Fachwerkorte und erstreckt sich auf 798 Kilometern durch einige der schönsten Kulturlandschaften Baden-Württembergs – vom Neckartal über die Region Stuttgart und die Schwäbische Alb bis in den Schwarzwald und an den Bodensee.

Mit ihrer heutigen Bezeichnung „vom Neckar zum Schwarzwald und Bodensee“ ist die baden-württembergische Regionalstrecke zugleich die längste der acht Regionalstrecken der Deutschen Fachwerkstraße in Deutschland. Bundesweit gehören aktuell 121 Städte zur Deutschen Fachwerkstraße, deren Geschäftsstelle ihren Sitz in Fulda hat. Zu den bekanntesten Mitgliedsstädten in Deutschland zählen unter anderem Celle, Wernigerode, Goslar, Limburg an der Lahn, Marburg oder Miltenberg. Ein namhafter Reigen in den sich auch die 3B-Städte Bönnigheim, Besigheim und Bietigheim-Bissingen einreihen dürfen. Sie alle stehen beispielhaft für die Vielfalt der deutschen Fachwerklandschaften und machen die Deutsche Fachwerkstraße zu einer der bedeutendsten Kultur- und Ferienstraßen Deutschlands.

Die Geschichte der Regionalstrecke Baden-Württemberg begann im August 2001. Damals trafen sich die Vertreter der 17 Gründungsstädte erstmals im historischen Rathaus in Esslingen am Neckar. Die Strecke reichte von Mosbach im Norden bis Haslach im Kinzigtal im Südwesten und wurde unter dem Titel „vom Neckar zum Schwarzwald“ gegründet.

Bereits in der darauffolgenden Sitzung im November 2001 in Bietigheim-Bissingen wurden die ersten gemeinsamen Maßnahmen beschlossen. Gleichzeitig wurde Bietigheim-Bissingen zur Geschäftsstelle der neuen Regionalstrecke bestimmt. Seitdem ist die Geschäftsstelle ununterbrochen in Bietigheim-Bissingen angesiedelt; auch das Amt der Regionalstreckensprecherin und Sitz im geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Fachwerkstraße wird von Bietigheim-Bissingen aus wahrgenommen.

Drei Jahre später wurde der ursprünglich lineare Verlauf grundlegend geändert. Mit der Aufnahme von sechs weiteren Städten aus den Regionen Schwäbische Alb, Oberschwaben und Bodensee entstand ein sternförmiges Streckennetz, das bis nach Meersburg am Bodensee reicht. Seit 2004 warben damit 23 Städte unter dem bis heute gültigen Titel „vom Neckar zum Schwarzwald und Bodensee“.

Inzwischen umfasst die Regionalstrecke 31 Mitgliedsstädte. Mit den späteren Erweiterungen verschoben sich auch die äußeren Streckenpunkte: Der nordwestlichste Zipfel liegt heute in Ladenburg, ein weiterer westlicher Endpunkt in Sasbachwalden in der Ortenau. Meersburg blieb als südlichster Pol der Route erhalten.

Ein wichtiger Meilenstein war das Jahr 2008, als die gesamte Strecke ausgeschildert wurde. Seitdem weisen im ganzen Land die bekannten braunen touristischen Wegweiser den Weg zu den Fachwerkstädten und ihren historischen Altstädten.

Von Beginn an begleitet die Route eine gemeinsame Straßenkarte, in der alle Mitgliedsstädte vorgestellt, der Streckenverlauf dargestellt und Hinweise zu Campingmöglichkeiten gegeben werden. Die Karte wird regelmäßig aktualisiert, liegt in den Mitgliedsstädten aus und wird auf touristischen Messen verteilt.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal besitzt Baden-Württemberg auch im Radtourismus. Bereits 2009 wurde ein eigener Fachwerk-Radweg geplant, der 2010 vollständig ausgeschildert wurde. Die Umsetzung wurde damals vom Wirtschaftsministerium im Rahmen des Förderprogramms „Sanfter Tourismus“ unterstützt.

Heute führt der ausgeschilderte Radweg auf rund 1.200 Kilometern durch Baden-Württemberg und gilt damit als längster ausgeschilderter Radweg des Landes. Das Wegenetz verzweigt sich in 17 empfohlene Etappen und nutzt überwiegend das Landesradfernwegenetz mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur. Baden-Württemberg ist damit die einzige Regionalstrecke der Deutschen Fachwerkstraße, die über einen vollständig ausgeschilderten eigenen Radweg verfügt.

Im Laufe der vergangenen 25 Jahre wurden weitere zahlreiche gemeinsame Aktionen und touristische Projekte realisiert. Dazu gehörten Osterhasenrallyes, eine groß angelegte Testfahreraktion zur Gewinnung von Radwegeexperten sowie beworbene Oldtimer-, Wohnmobil- und Motorradtouren entlang der Strecke. Auch die stimmungsvollen Weihnachtsmärkte wurden durch eine gemeinsame Werbeaktion in den Fokus gerückt.

Traditionell beteiligen sich die Mitgliedsstädte außerdem am Tag des offenen Denkmals mit besonderen Führungen, Besichtigungen und Veranstaltungen. Seit einigen Jahren kommt der bundesweite „Deutsche Fachwerktag“ hinzu: Ende Mai öffnen vielerorts historische Gebäude ihre Türen und gewähren Einblicke in die Fachwerkkunst, begleitet von Führungen und kulturellen Angeboten rund um diese städteprägende Bauweise.

„Die Deutsche Fachwerkstraße verbindet nicht nur historische Gebäude, sondern Menschen, Regionen und Geschichten“, betont die Regionalstrecke Baden-Württemberg zum Jubiläum. Die Route steht für Romantik, lauschige Plätze, Gastfreundschaft, Kleinstadtflair und authentische Kulturerlebnisse. Sie macht sichtbar, wie lebendig Fachwerk heute noch ist – als identitätsstiftendes Kulturerbe und als wichtiger Baustein des Tourismus im Südwesten.

Seit nunmehr 25 Jahren lädt die Deutsche Fachwerkstraße in Baden-Württemberg Gäste aus dem In- und Ausland ein, die Vielfalt der Fachwerkstädte zu entdecken und Geschichte mit allen Sinnen zu erleben.

Weitere Informationen erhalten Interessierte in allen Mitgliedsstädten sowie unter www.deutsche-fachwerkstrasse.de.

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