Von Bissingen nach Kusatsu – wenn aus Austauschpartnern Freunde werden

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Sieben Jugendliche der Realschule Bissingen erleben zehn Tage lang japanischen Alltag, Kultur und außergewöhnliche Gastfreundschaft

Für sieben Schülerinnen und einen Schüler der Realschule Bissingen begann in der letzten Ferienwoche ein besonderes Abenteuer: Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Dagmar Glaser und dem wenige Wochen zuvor in den Ruhestand verabschiedeten Schulleiter Hanspeter Diehl machten sie sich im Rahmen der Städtepartnerschaft auf den Weg nach Kusatsu in Japan. Zehn Tage lang erlebten die Jugendlichen faszinierende Kultur, herzliche Begegnungen und einen unmittelbaren Einblick in den japanischen Alltag.

Im Mittelpunkt stand das Leben in den japanischen Gastfamilien. Die Jugendlichen wurden mit großer Herzlichkeit aufgenommen und konnten beim gemeinsamen Essen, bei Unternehmungen und im Familienalltag Japan ganz unmittelbar kennenlernen.

Auch die Stadtverwaltung, die Junior High School und die Grundschule bereiteten der deutschen Gruppe einen herzlichen Empfang. Besonders eindrucksvoll war die Teilnahme am Unterricht, bei einem Kalligrafiekurs und einer japanischen Trommel-Performance mit einer professionellen Taiko-Gruppe. Die japanischen Klassenkameraden nahmen die Gäste freundlich auf und ließen sie den Schulalltag hautnah erleben. Eine besondere Überraschung waren die Schuluniformen, die jeder Teilnehmer erhielt.

Ganz ohne Herausforderungen verlief die Reise nicht: Das Wetter zeigte sich häufig regnerisch. Die gute Stimmung konnte dies jedoch kaum trüben, denn das abwechslungsreiche Programm bot zahlreiche besondere Erlebnisse. Dazu gehörten der Besuch traditioneller Onsen und eine Teezeremonie, bei der die Jugendlichen in Yukata gekleidet wurden.

Natürlich durfte auch Kusatsus Wahrzeichen nicht fehlen: die Yubatake, die berühmte heiße Quelle im Stadtzentrum. Bei der traditionellen Yumomi-Show erlebten die Schülerinnen und Schüler, wie das heiße Wasser früher mithilfe großer Holzbretter auf Badetemperatur abgekühlt wurde. Begleitet wurde die Vorführung von traditionellen Liedern und Tänzen. Im örtlichen Bälz-Museum bedankten sich die Jugendlichen bei Erwin Bälz für die Städtepartnerschaft zwischen Bietigheim-Bissingen und Kusatsu und die damit verbundene Möglichkeit des Austauschs. So bekam die Städtepartnerschaft für sie ein ganz persönliches Gesicht.

Weitere Ausflüge führten die Schüler am Wochenende mit ihren Gastfamilien zu bekannten Tempeln in Nikko und Nagano sowie zur Samurai-Burg Matsumoto.

Doch so faszinierend die Sehenswürdigkeiten auch waren – geprägt wurde der Aufenthalt vor allem durch die persönlichen Begegnungen. Zwischen den deutschen Jugendlichen und ihren japanischen Austauschpartnern entstanden enge Freundschaften. Auch zahlreiche Klassenkameraden freundeten sich mit den Gästen aus Bietigheim-Bissingen an. Sprachliche Unterschiede spielten dabei eine immer kleinere Rolle. Gemeinsames Lachen und gemeinsame sportliche Aktivitäten brauchten ohnehin keine Übersetzung.

Besonders deutlich wurde die Verbundenheit am letzten Abend in Kusatsu. Gemeinsam mit ihren Gastfamilien nahm die gesamte Gruppe an einer offiziellen Abschiedsfeier der Stadtverwaltung teil. Bei japanischen Speisen wurde gemeinsam gefeiert und auf die vergangenen Tage zurückgeblickt.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Nicht nur die Gastfamilien, sondern auch zahlreiche Klassenkameraden kamen, um die Jugendlichen aus Bietigheim-Bissingen zu verabschieden. Viele Tränen flossen. Aus zunächst unbekannten Austauschpartnern waren Freunde geworden.

Auf der fünfstündigen Busfahrt nach Tokio wurden die Emotionen verarbeitet, denn dort stand bereits ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm. In der japanischen Hauptstadt besuchte die Gruppe den Sensoji-Tempel in Asakusa und unternahm eine Rikschafahrt. Vom Tokyo Skytree bot sich bei hervorragender Sicht ein beeindruckender Blick über die riesige Metropole.

Mit vielen Eindrücken, neuen Erfahrungen und zahlreichen Erinnerungen trat die Gruppe schließlich die Heimreise an. Der Schüleraustausch hat einmal mehr gezeigt, was eine Städtepartnerschaft leisten kann: Sie verbindet nicht nur Bietigheim-Bissingen und Kusatsu, sondern vor allem Menschen – und manchmal entstehen daraus Freundschaften über Kontinente hinweg.

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