Faire Modenschau: Slow statt Fast Fashion
WeltMarkt lädt am 16.10. um 19 Uhr zu einer Fairen Modenschau in die Rommelmühle ein
Bei fair gehandelten Produkten denkt man heute zuerst an Kaffee, Tee oder Kakao. Diese Rohstoffe wachsen klimabedingt ausschließlich in den Ländern des globalen Südens und lassen sich leicht vom Endprodukt in unseren Supermarktregalen bis zum Rohstoff und Kleinbauer zurückverfolgen. Hauptexportprodukte der ärmeren Länder sind jedoch Textilien. Bei ihnen ist die Zertifizierung als Fairtrade-Produkt deutlich komplexer, da der gesamte Produktionsprozess vom Rohstoff (faire Baumwolle) bis zur lokalen Verarbeitung (faire Löhne in den Textilfabriken) betrachtet werden muss. Dabei ist der Exportwert der Textilien in den Entwicklungsländern deutlich höher als beispielsweise der von Rohkaffee. Alleine Bangladesch hat im Jahr 2023 Textilien im Wert von 47 Mrd. US-Dollar exportiert (Quelle Femnet e.V., Bonn), was in etwa dem weltweiten Rohkaffee-Export in diesem Jahr entsprach. Die Bekleidungsindustrie in Bangladesch ist mit Abstand die wichtigste Branche für das Land und beschäftigt rund 4 Millionen Menschen. Vom staatlichen Mindestlohn in Höhe von 103 Euro pro Monat (Stand 2023) kann keine Familie wirklich leben, und dieser geringe Lohn wird von vielen Betrieben noch umgangen, indem die Mitarbeiter als Lehrlinge und nicht als qualifizierte Näher angestellt werden. Karin Pfisterer ist Bekleidungsingenieurin aus Schwäbisch Hall und beschäftigt sich schwerpunktmässig mit Fairer Mode. Sie ist überzeugt: Faire Mode ist mehr als nur ein Trend. Es ist eine bewusste Entscheidung bei der Auswahl von Kleidung: nachhaltig, ökologisch und sozial. Nachhaltig, weil faire Mode eher “slow” als “fast fashion” ist und damit Ressourcen schont und einer Wegwerfmentalität entgegensteuert. Ökologisch, weil beim Anbau der fair gehandelten Baumwolle weniger Pestizide verwendet werden und damit die Umwelt geschont wird. Und sozial, weil in der gesamten Wertschöpfungskette vom Baumwollpflücker bis zur Näherin gerechte Löhne bezahlt werden.
Diese Zusammenhänge wird sie am 16. Oktober ab 19 Uhr im KulturRaum Rommelmühle, Flößerstrasse 56/1 erläutern und anhand praxisnaher Beispiele Fragen beantworten wie: Was bedeutet Fast und was Slow Fashion? Wo finde ich faire Kleidung und was verbirgt sich hinter den verschiedenen Zertifikats-Siegeln? Der WeltMarkt Bietigheim zeigt begleitend zum Vortrag in einer kleinen Modenschau die neue Herbst- und Wintermode samt Accessoires, die im WeltMarkt in der Fußgängerzone beim Unteren Tor erworben werden kann.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen unter fairtradestadt-bibi[at]gmx.de.
Fair Trade Town Kampagne Bietigheim-Bissingen
Ansprechpartner: Johannes Schockenhoff, Fribolinstrasse 66, 74321 Bietigheim-Bissingen, Tel. 0171 5464211, Email: johannes.schockenhoff[at]t-online.de


