Vortrag "Ein Bietigheimer Pfarrhaushalt im 19. Jahrhundert"
Von einem „Gsälzglas“ und Blumentöpfen aus „Porcellain“ - ein Bietigheimer Pfarrhaushalt im 19. Jahrhundert
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Jubiläum 625 Jahre Stadtkirche Bietigheim gibt es in Kooperation der Evangelischen Stadtkirchengemeinde mit dem Stadtarchiv und dem Geschichtsverein am Dienstag, 30. September 2025 um 19 Uhr einen Vortrag von Dr. Christoph Florian zu einem wichtigen Aspekt des evangelischen Pfarrerslebens im Evangelischen Gemeindehaus im Schwätzgässle.
Im Jahr 1833 war nach nur einjähriger Amtszeit der evangelische Pfarrer in Bietigheim Karl Friedrich Ergenzinger gestorben. Er war nicht alt geworden; nicht einmal mal 43 Jahre. Neben seiner Ehefrau Wilhelmine Luise Friederike hinterließ er 6 Kinder.
Nach dem Tod wurde ein Verzeichnis der Hinterlassenschaft einschließlich der Haushaltsgegenstände angefertigt. Da finden sich Küchengegenstände wie drei silberne Vorlegelöffel, eine Zuckerklammer und eine „Theekanne“. Eine goldene „Sakuhr“ (Taschenuhr) und eine silberne Tabakspfeife zeugen von bürgerlichem Wohlstand. 18 [!] silberne Schuhschnallen und sechs „Schlafkappen“ dienten dem persönlichen Bedarf. Zu einem richtigen Haushalt gehören aber auch profane Gegenstände des Alltagslebens wie Fleischklopfer und „Badzuber“.
Zwei Kinderlöffel und ein „Kinderwägele“ machen wiederum deutlich, dass es sich um einen Haushalt mit Kindern handelte.
Diese und viele andere weitere Gegenstände ermöglichen einen faszinierenden Einblick in einen evangelischen Pfarrhaushalt des 19. Jahrhunderts und dessen verschiedensten Facetten.



