Station 15 - Naturdenkmal Bleiche – Magerrasen / Tiere
Insektenparadies
Bunte Schmetterlinge gaukeln über prächtiger Blütenfülle. Bienen und Hummeln summen und brummen, Heuschrecken hüpfen, Grillen zirpen, Käfer und Spinnen krabbeln. Ab und zu bewegen sich Blüten und Halme; ein kaum vernehmbares Rascheln. War da jetzt eine Eidechse oder eine Blindschleiche unterwegs? Oder ist da ein Igel auf dem Weg zur nahen Hecke, um den Tag dort zu verschlafen?
In den Sommermonaten ist das Naturdenkmal Bleiche ein wahres Insektenparadies. Bleiben Sie doch einfach mal stehen und beobachten Sie, was rings um Sie herum an Insekten „unterwegs“ ist oder schließen Sie die Augen und lauschen Sie dem Summen und Zirpen.
Schwalbenschwanz
Mit cremegelb- und schwarz-gemusterten Flügeln zählt der Schwalbenschwanz zu den schönsten Schmetterlingen Europas. Verlängerte Hinterflügel, die an den Schwanz einer Rauchschwalbe erinnern, werden zum auffälligen Erkennungsmerkmal. Seine Eier legt der Schwalbenschwanz unter anderem auf der Wilden Möhre und der Weinraute ab. Die Raupen schieben, wenn sie gereizt werden, hinter dem Kopf zwei rote, hornförmige Drüsen hervor. Im Bundesnaturschutzgesetz ist der Schwalbenschwanz als besonders geschützte Art aufgeführt.
Schachbrettfalter
Dieser schwarz-weiße Tagfalter, Schachbrett oder auch Damenbrett genannt, ist häufiger Gast auf Magerrasen. Die Weibchen lassen ihre Eier ungezielt auf den Boden fallen. Die Raupen schlüpfen im Juli/August, sind nachtaktiv und ernähren sich v.a. von Gräsern. Sie überwintern als Puppe auf dem Boden liegend.
Zauneidechse
Zauneidechsen lieben Sonnenplätze vegetationsarmer oder vegetationsfreier Stellen wie Felsen, Steinriegel, Trockenmauern oder offene Bodenstellen. Für die Deckung vor Feinden und als Schutz vor Überhitzung suchen Zauneidechsen aber auch schattige Sträucher, Gestrüpp oder Stauden auf, für die Eiablage wird lockerer Boden benötigt. Sobald die Tage kürzer werden, ziehen sie sich in ihre Winterquartiere wie etwa Holzstapel, Steinhaufen oder Mauerritzen zurück. Zauneidechsen werden in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union als schützenswerte Art aufgelistet.
Blindschleiche
Blindschleichen sind tagaktiv – insbesondere frühmorgens sowie abends – und, anders als man vermuten könnte, keinesfalls blind. Die Bezeichnung „Blindschleiche“ bezieht sich auf den altdeutschen Begriff „plint“ und damit auf den „blendenden“ Glanz der Schuppen des Tieres. Die Reptilienart wird oft als Schlange angesehen, gehört aber zu den Echsen. Das Skelett weist nämlich noch Reste von Extremitäten auf. Bei Gefahr kann die Blindschleiche ihren Schwanz an mehreren Sollbruchstellen abwerfen. Ein Weibchen bringt circa 15 lebende Junge zur Welt.
Dorngrasmücke
Die Dorngrasmücke, ein lebhafter Vogel mit weißlicher Kehle und dünnen weißen Augenringen, wird bis zu 15 Zentimeter lang. Der Gesang ist ein „typisch grasmückenartiges“ Geplapper: schnelle gequetschte Tonfolgen mit wenig melodiösen Themen. Dorngrasmücken bevorzugen offene Landschaften mit dichten Hecken und Dornenbüschen, ihre Nester bauen sie in Stauden und niedrigen Sträuchern. Zur Überwinterung ziehen die Vögel nach Afrika südlich der Sahara.
Sicherheitshinweis: Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr.











