Station 18 - Obstwiese / Tiere
Ein Sommer ohne Äpfel, Birnen, Kirschen, Mirabellen oder Zwetschgen? Kaum vorstellbar! Obstwiesen sind Lieferant leckerer Früchte und gleichzeitig Lebensraum für unzählige Arten. Auch als Frischluftzelle, als ökologische Nische sowie als Erholungs- und Erlebnisraum und Fitnessclub im Grünen sind Obstwiesen von unschätzbarem Wert. Durch fachgerechte Pflege gilt es diese wertvollen Biotope für nächste Generationen zu erhalten. Obstwiesen sind wahre Vogelparadiese, da sie vielerlei ökologische Nischen bieten. Für viele Vogelarten sind Obstwiesen Brutgebiet; andere kommen aus benachbarten Lebensräumen zur Nahrungssuche und im Frühjahr und Herbst verwandeln sich unsere Obstwiesen zur internationalen Drehscheibe des Vogelzuges.
Typische Tiere der Obstwiese
Zaunkönig
Der etwa zehn Zentimeter kleine Vogel ist mit einem Gewicht von zehn Gramm ein Fliegengewicht. Er hat einen kurzen Stummelschwanz und das rostbraune Gefieder eignet sich perfekt zur Tarnung im Unterholz. Das ist wichtig, da der Zaunkönig ein schlechter Flieger ist und deshalb häufig am Boden unterwegs ist.
Steinkauz
Die kleine lebhafte Eule hat große gelbe Augen mit weißen Streifen darüber. Das Gefieder ist auf der Oberseite dunkelbraun und weißlich gefleckt, die Unterseite ist hell und dunkelbraun gestreift. Die zwischen 20 und 23 Zentimeter große Eule hat eine Flügelspannweite von 53 – 57 Zentimetern und ein Gewicht 160 und etwa 240 Gramm (Männchen), bzw. 170 – 250 Gramm (Weibchen). Der Steinkauz ist im Kreis Ludwigsburg wie im gesamten Mittleren Neckarraum eine Charakterart der Obstwiesen, wo der Kauz alte Baumhöhlen oder spezielle Niströhren besiedelt. Der Steinkauz erbeutet Mäuse sowie Käfer, Grillen, Regenwürmer, Amphibien und Reptilien und mitunter auch Vögel wie Sperling und Star.
Wendehals
Der sechzehn bis achtzehn Zentimeter große Vogel gehört zur Familie der Spechte. Der Körper ist schlank und das Gefieder graubraun – sitzt der Vogel an Baumrinden ist er gut getarnt. Der Schnabel ist kurz, den Kopf kann der Vogel um mehr als 180 Grad drehen. Er besiedelt Obstgärten, Feldgehölze, Laub- und Mischwälder, Uferzonen mit geeignetem Baumbestand und Parkanlagen. Am Boden sucht der Spechtvogel nach Nahrung, beispielsweise nach Ameisen und deren Larven, Käfern, Spinnen, Blattläusen und Holunderbeeren. Gebrütet wird in natürlichen Baumhöhlen, Spechtlöchern und Nistkästen. Das Weibchen legt bis zu zehn Eier, die Brutzeit beträgt zwölf bis vierzehn Tage. Die Jungvögel bleiben zwanzig Tage im Nest, weitere vierzehn Tage werden sie von den Eltern versorgt; danach trennt sich die Familie, auch das Elternpaar geht getrennte Wege. Als Zugvogel überwintert der Wendehals in Afrika. Er steht in mehreren europäischen Ländern auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Hornisse
Weil sie so groß ist, hat die Hornisse unter den Insekten keine Feinde. Sie wird zwar von Vögeln gefressen, doch die erbeuten lediglich Einzeltiere und stellen keine Gefahr für das Volk dar. Vermeiden Sie, sich einem Hornissennest zu nähern oder sich gar vor das Einflugloch des Hornissennestes zu stellen, sonst besteht Gefahr durch Hornissenstiche.
Heupferd
Mit einer Länge von rund vier Zentimetern zählen Heupferde zu den größten heimischen Heuschrecken. Heupferde sind gute Flieger, legen meistens aber nur Kurzstrecken zurück. Die grün gefärbten, gelegentlich auch gelbbraun schimmernden Insekten kommen von Juli bis Oktober auf Wiesen, Feldern sowie in Wäldern vor. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Insekten wie Fliegen, Raupen und kleinen Schmetterlingen, aber auch von Pflanzen. Das Männchen zirpt fast unentwegt.
Igel
Igel ernähren sich vorwiegend von wirbellosen Kleintieren wie Schnecken oder Insekten. Nur selten fressen sie Obst. Dass Igel auf ihren Stacheln Äpfel in ihr Nest tragen ist … ein Märchen! Die Tiere verschlafen den kalten Winter. Damit sie die lange Zeit ohne Fressen durchstehen, fressen sie sich im Herbst Speck an. Falls im Garten ein Igel auf der Suche nach Futter umhermarschiert, bitte KEINE Milch geben. Igel können Lactose nicht abbauen, d.h. wenn sie die angebotene Milch trinken, können sie daran sterben.
Sicherheitshinweis: Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr.














