Station 3 - Metter / Tiere und mehr
Fließgewässer sind die Lebensadern der Landschaft, vergleichbar in ihrer Funktion mit den Adern in unseren Körpern. Bäche und Flüsse sind so lebendig und wechselhaft wie kaum ein anderer Lebensraum. Auffallend ist, dass sich Bäche und Flüsse in ihrer Gestalt und Struktur stark voneinander unterscheiden. Je nach Untergrund, Höhe oder Gefälle haben sie ganz unterschiedliche Gesichter und schaffen eine Vielzahl verschiedenartiger Lebensräume. Das sich rund 28 Kilometer durch die Landschaft schlängelnde Flüsschen Metter weist vielerlei typische Strukturmerkmale wie Steil- und Flachufer, und langsam oder schnell fließende Flussabschnitte auf. Vieles davon ist „konzentriert“ im Mettertal zwischen Sachsenheim-Kleinsachsenheim und Bietigheim-Bissingen-Metterzimmern erlebbar.
Typisch Tiere
Bachflohkrebs
Das Refugium von Bachflohkrebsen sind Quellen und kleine Bäche. Dort verstecken sie sich mit Vorliebe unter Steinen oder Holzstücken. Werden die Bachflohkrebse aufgestöbert, versuchen sie nach allen Seiten zu fliehen, um sich dann in den Sand einzugraben. Die bis zu 20 Millimeter großen Krebschen sind braun, haben einen seitlich zusammengedrückten Körper und erinnern mit ihrer Erscheinung an einen Floh. Doch nicht nur aufgrund dieser Ähnlichkeit tragen Bachflohkrebse ihren Namen, sondern auch, weil sie in der Lage sind, sehr ruckweise, fast springend, zu schwimmen.
Steinfliegenlarve
Lebensräume der Steinfliegen sind Bäche und Flüsse mit hohem Sauerstoffgehalt, starker Strömung und steinigem Grund. Auf Gewässerverschmutzung reagieren Steinfliegenlarven äußerst empfindlich. Können die kleinen Insektenlarven in einem Gewässer entdeckt werden, so ist dies in der Regel Zeichen für sehr gute Wasserqualität. Man erkennt sie leicht an den zwei Schwanzborsten am Körperende. Ausgewachsene Steinfliegen sitzen träge auf Ufervegetationen oder auf Steinen unmittelbar am Bachufer. Sie fliegen nur wenig, bei Störungen lassen sie sich fallen und versuchen flink zu flüchten. Die Larven einiger Steinfliegen gehören zu den gefräßigsten Räubern in Bächen. Sie ernährt sich fast ausschließlich von anderen Insektenlarven, wie denen der Eintags- und Köcherfliege. Im Gegensatz zur Köcherfliege verpuppen sich Steinfliegenlarven nicht, sondern verlassen nach etwa drei Jahren das Gewässer, dann schlüpft das „fertige“ Insekt.
Strömer
Strömer stellen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum: Der strömungsliebende Kleinfisch hält sich nur in sauerstoffreichen Fließgewässern mit guter, kühler Wasserqualität auf und er benötigt Kiesbereiche zum Laichen. Der Strömer erreicht eine mittlere Größe von 12 bis 20 Zentimetern, sein Körper ist langgestreckt, das Schuppenkleid ist bläulich glänzend, der Rücken und die Flanken sind silbrig, der Bauch ist weiß. Strömer ernähren sich von Bodentieren und tierischem Plankton, können aber auch nach Insekten, die knapp über der Wasseroberfläche unterwegs sind, schnappen. In Baden-Württemberg ist der Strömer mittlerweile selten geworden und dementsprechend eine besonders geschützte Fischart.
Mühlkoppe
Die Mühlkoppe (auch Mühlgroppe genannt) ist ein nachtaktiver Kleinfisch, der am Boden klarer, sauerstoffreicher und schnell fließender Bäche und kleiner Flüsse lebt. Als schlechter Schwimmer verharrt die Mühlkoppe bevorzugt in Ruhestellung am steinigen Untergrund. Die Farbe der schuppenlosen Haut kann der Tarnkünstler der Umgebung anpassen. Auf dem Speiseplan stehen Bachflohkrebse, Insektenlarven und Fischlaich. In Baden-Württemberg ist die Mühlkoppe ganzjährig geschützt. Allerdings ist die Mühlkoppe eine schlechte Schwimmerin, da ihr die Schwimmblase für die Regulation im Wasser fehlt. Also kann sie sich nur mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden bewegen. Selbst kleine Hindernisse sind bei stärkerer Strömung des Fließgewässers für sie unüberwindbar.
Krebs
Eisvogel
Der Körper ist kompakt, die Beine sind kurz und der Schnabel lang und kräftig. Das Gefieder am Rücken und Kopf ist blaugrün, am Bauch rosarot gefärbt. Ein weißer Fleck befindet sich an den beiden Halsseiten sowie an der Kehle. Von der Seite betrachtet ist der Vogel bunt schillernd, von unten gesehen hebt sich der Vogel nur wenig von lehmfarbigen Uferzonen ab und von oben betrachtet verschmilzt das blaugrüne Gefieder gut getarnt mit der Wasseroberfläche. Der Lebensraum des Eisvogels sind ruhig fließende oder stehende Gewässer, die ausreichend Kleinfische bieten wie Teiche, Baggerseen, Bäche und Flüsse. Im Sommer stehen auch Frösche, Kaulquappen und Insekten auf dem Speiseplan. Im Sturzflug taucht der Vogel ins Wasser, in bis zu sechzig Zentimeter Tiefe greift er nach seiner Beute. Paare bilden sich im Frühjahr, gebrütet wird in Brutröhren an steilen Uferböschungen. Die Brutzeit dauert 21 Tage; sechs bis sieben Junge bleiben 23 bis 27 Tage im Nest.
Wasserspitzmaus
Die an naturnahen Uferbereichen von Gewässern vorkommenden Tiere sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher, die lange unter Wasser bleiben können. Am Grund der Gewässer taucht die Wasserspitzmaus nach Nahrung; dabei bleibt ein Mantel aus Luftbläschen im dichten Fell als Kälteschutz hängen. Auf dem Speiseplan stehen Kleinkrebse, Wasserasseln, gelegentlich auch kleine Fische und Frösche. An Land jagt die Spitzmaus nach Insekten, Regenwürmern und Schnecken. Ihre Beute überwältigt sie, indem sie beim Biss giftigen Speichel überträgt, der das Opfer lähmt. Die Tiere graben an Ufern Gänge, damit die Weibchen dort zwischen April und September vier bis acht Junge zur Welt bringen können. Die Tragezeit beträgt zwanzig Tage, pro Jahr sind zwei bis drei Würfe üblich. Nach fünf Wochen werden die Jungen allmählich selbständig. Die Wasserspitzmaus hält keinen Winterschlaf. Sie zählt zu den besonders geschützten Arten.
Kunst am Fluss – Die „Mettermännle“
Wie Wächter des Flusses oder der Talauenlandschaft stehen sie da: Holzfiguren, die der Künstler „Mettermännle“ getauft hat. Sie erinnern an Menschen, die im Tal gearbeitet haben oder arbeiten, unterwegs waren oder noch unterwegs sind oder die überhaupt sich eins fühlen mit der reichhaltigen Kulturlandschaft. Werner Wahler ist ein regionaler Künstler. Seit 2004 arbeitet er mit Holz und anderen Fundstücken aus der Natur. Eines seiner Projekte sind die „Mettermännle“, die aus dem alten Holz, das beim Abbruch des Metterwehrs zum Vorschein kam, gekonnt herausgearbeitet wurden. Die „Mettermännle“ sind vielleicht aber auch als Mahnung zu verstehen, sorgsam mit der Landschaft und deren Natur und Kultur umzugehen. Das heißt Respekt vor Fluss, Wiesen, Weinbergen und den anderen Arealen.
Generell gilt: Wiesen nicht betreten!! Bitte zurück über den Trampelpfad zum Talweg! Und auch sonst auf den Wegen bleiben. Auf den Wiesen darf weder gelagert werden, noch sind Wiesen Hunde-Trainingsplätze oder Hundeklos.
Sicherheitshinweis: Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr.















