Station 5 - Landschaft im Wandel I
Mitteleuropa wäre ohne den Menschen fast überall von Wald bedeckt. Ausnahmen sind zu nasse oder zu trockene Standorte wie Moore, Dünen, Felsen. Solche Naturlandschaften verändern sich nur nach seltenen Großereignissen (Felssturz, Waldbrand, Vulkanausbruch o.ä.) sehr plötzlich und sehr stark, um sich anschließend wieder in kleinen Schritten allmählich zum jeweiligen Waldtypus zu entwickeln (natürliche Sukzession).
Wandel der Kulturlandschaft
Durch das Wirken des Menschen entstanden zahlreiche Kulturlandschaftstypen wie Weideland, Ackerland, Wiesen und Obstwiesen, Weinberge und viele begleitende Biotopstrukturen wie Hecken, Steinriegel, Trockenmauern. So wurde die Lebensraumvielfalt für Pflanzen und Tiere seit der Jungsteinzeit gesteigert.
Im Gegensatz zur „reifen“ Naturlandschaft verändern sich Kulturlandschaften kontinuierlich. Mal in größeren Schritten (Rodung von Gehölzen, Biotopzerstörung, Entwässerung, Trassenfreihaltung, Bebauung, Zerschneidung usw.) und sehr häufig in vielen kleinen Schritten z.B. durch Nutzungsintensivierung, Düngung, Veränderungen im Wasserhaushalt, Änderung oder Aufgabe der Nutzung o.ä.
Leider sind die Veränderungen in der Kulturlandschaft, die durch traditionelle Nutzung entstand und erhalten wurde, heute meist schlecht für die an sie angepasste Pflanzen- und Tierwelt.
Auch Wege und Straßen unterliegen dem Wandel: Früher schmale und unbefestigte Straßen wurden und werden – meist unter Verlust der begleitenden Biotope – für den heutigen Verkehr verbreitert. Auch Feldwege werden immer mehr „ausgebaut“.
Versorgungs-Infrastruktur
Der Wandel in der Infrastruktur, die Versorgung mit Gas, Wasser, Abwasser, Strom, Telefon oder Mobilfunk ist oft weniger offensichtlich, da viele Leitungen inzwischen unterirdisch verlegt und damit nicht sichtbar sind. Hier unter dem Talweg verlaufen Leitungen für Telefon, die Leitungen der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen (Frischwasser, Abwasser, Strom) sowie die Abwasserleitung Großsachsenheims zur Kläranlage nach Bietigheim-Bissingen.
Neubau NET-Leitung
Eine neue, ca. 40 km lange Gasleitung (Baubeginn 2022 durch Terranets BW), die sog. „Neckar-Enztal-Gasleitung“ (kurz NET), führt von Wiernsheim bis Löchgau. Sie wird in über zwei Meter Tiefe verlegt, verläuft meist unter Wegen oder Ackerflächen. Eine besonders schwierige Teil-Strecke (ökologisch und technisch) ist die Querung des Mettertales. Hier muss die Leitung unter dem Wald und unter dem Fluss hindurch und dann im Bereich des terrassierten Südhangs verlegt werden.
Sicherheitshinweis: Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr.








